Infektionen durch Borrelien

Für Infektionen durch Borrelien ist Borreliose der Überbegriff. Borrelien ist eine Gruppe bestimmter Bakterien, die auch Lyme-Borreliose auslösen. Borreliose vereinheitliche viele Menschen mit Lyme-Borreliose, der einzigen Erkrankung durch die Bakterien im europäischen Raum. Der Unterschied ist, Lyme-Borreliose ist die Erkrankung, welche durch Borreliose Bakterien in Europa verursachen.

Schraubenförmige, bewegliche Bakterien

Borreliose-Erkrankungen rufen schraubenförmige, bewegliche Bakterien hervor. Die Bakterien befallen neben Menschen auch andere Säugetiere. Um eine Infektion hervorzurufen, brauchen sie blutsaugende Insekten als Überträger, die sie in die Haut anderer Lebewesen bringen. In Europa, Kanada und den USA ist es hauptsächlich Lyme-Borreliose, welche Menschen und andere Säugetiere befällt. Reisende, die aus den Tropen oder Subtropen zurückkehren, bringen in ganz seltenen Fällen Läuse- oder Zeckenrückfallfieber mit.

Lyme-Borreliose

Lyme-Borreliose übertragen Zecken, welche den Erreger Borrelia burgdorferi in sich tragen. Die Bakterien kommen in Gebieten vor, in denen es Wald, hohes Gras oder dicht bewachsene Stellen gibt. Diese Bereiche sind die Lebensräume der Zecken, die sich mit Borreliose Bakterien infizieren, wenn sich Blut bei Nagetieren saugen. Nagetiere sind die Gruppe, die in der Regel die Bakterien in sich trägt. Sticht die Zecke einen Menschen, kommt es selten zu einer Infektion. Die Infektionsrate liegt zwischen einem und sechs Prozent. Allerdings steigt das Risiko, je länger eine Zecke saugt.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Stich und Einsetzen der Symptome beträgt üblicherweise zwischen fünf und 30 Tagen. Gute Heilungschancen bestehen, wenn der Arzt Borreliose im Frühstadium erkennt und behandelt. Unbehandelt sind Spätfolgen nicht auszuschließen.

Symptome

Mediziner teilen die Symptome in drei Stadien ein, wobei bei jedem Stadium andere Symptome auftreten. Die Stadien unterscheiden sich in der Form des Befalls. Nach und nach dringen die Borreliose Bakterien in weitere Bereiche des Körpers vor, die Symptome verändern und verschlimmern sich.

Chronische Erkrankungen

Etwa mit 80-prozentiger Sicherheit kommt es nach dem Zeckenstich zur Wanderröte, ein Zeichen der Aktivität der Bakterien. Wanderröte beschreibt eine Rötung der Haut an der Stelle, an der die Zecke Blut saugte. Hier bildet sich ein Kreis, der Ähnlichkeit mit einer Zielscheibe aufweist. Zu der Hautveränderung kommen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen hinzu. Während des zweiten Stadiums lassen sich die Erreger durch das Blut in die Organe des Körpers transportieren. Die Symptome sind unterschiedlich, je nachdem an welchem Organ sich die Bakterien festsetzen. Bei Kindern gelangen die Bakterien mehrheitlich ins Gehirn und verursachen Hirnhaut- und Hirnentzündung.

Erkrankungen durch Borreliose Bakterien

Das dritte Stadium beschreibt chronische Erkrankungen durch Borreliose Bakterien. Entzündungen von Gelenken sind die Folge ebenso wie Entzündungen des Herzens. Selten schädigen die Bakterien in diesem Stadium das Gehirn oder verändern die Haut.